Engagement

Im und rund um das Schwesternhaus gibt es ein vielfältiges ehrenamtliches und gemeinnütziges Engagement.
Im Folgenden möchten wir unsere Ziele und unsere Organisationsform beschreiben.

Ziele unseres Engagements

Wir bemühen uns eine Vielzahl von Zielen zu erreichen und auch wenn es immer wieder Zielkonflikte und gegensätzliche Ideen gibt, probieren wir in Kooperation mit externen Behörden und Beratern auf basisdemokratischem Weg gute Kompromisse zu finden.

Denkmalpflege

Weil das Schwesternhaus mit der Stadtgeschichte verflochten ist und weil es eines der wenigen Gebäude ist, dass uns trotz schwerer Beschädigungen im zweiten Weltkrieg noch aus der Zeit seit 1897 erzählen kann, steht es seit 1974 unter Denkmalschutz. Ohne das Schwesternhaus gäbe es den Schwesternhausverein und das vielfältige Engagement in diesem Haus nicht.

Wir bemühen uns um die Bewahrung, Wiederherstellung und Renovierung des Baudenkmals Schwesternhaus, zusammen mit seinem großzügigen Garten.

Studierendenhilfe & Sozialer Wohnraum

Das Ziel der Studierendenhilfe verwirklichen wir, indem wir im Schwesternhaus ein Wohnheim für Studierende betreiben.

Hierbei ist es uns wichtig, keine Gewinnmaximierung zu betreiben, sondern sozialen Wohnraum anzubieten, der es auch finanziell Schwächeren erlaubt, ein Studium zu finanzieren.

Darüber hinaus bieten wir in unseren Notzimmern Wohnraum für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten an (Verlängerungen sind nur auf Antrag möglich). Die Notzimmer werden vielfach von Austauschstudierenden oder Praktikanten beansprucht, die es auf dem freien Wohnungsmarkt sehr schwer haben. Seit einigen Jahren bieten wir Geflüchteten bevorzugt Wohnraum an.

In den letzten Semestern haben wir miterlebt, wie verzweifelt Studienanfänger probieren, Wohnraum in Hannover zu finden. Um die besonders zu Semesterbeginn auftretenden Engpässe zu lindern, bieten wir in unserer Kapelle zu diesen Zeiten Notfallschlafplätze an.

Nachhaltigkeit

Es ist uns wichtig, das Leben im Schwesternhaus möglichst nachhaltig zu gestalten. Hierzu probieren wir unseren Ressourcenverbrauch und unseren ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten

Den Wärme- und Strombedarf im Schwesternhaus decken wir

  • durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das Strom erzeugt und dessen Abwärme wir für Heizwärme und Warmwasser benutzen,
  • durch Fernwärme von enercity, wenn das Blockheizkraftwerk nicht genug Wärme liefern kann,
  • und eine Photovoltaikanlage, die Sonnenenergie in Strom umwandelt.

Eine umfangreichere Darstellung zur Energieversorgung findet sich unter https://www.schwesternhaus.de/engagement/energie/

Um das wertvolle Lebensmittel Trinkwasser nicht zu verschwenden, haben wir eine Regenwassernutzungsanlage (RWNA): Unser Regenwasser wird in einer Zisterne im Garten gesammelt und über ein Pumpensystem zu die Toiletten und die gemeinschaftlich genutzten Waschmaschinen transportiert. Diese Waschmaschinen werden im Übrigen auch mit Warmwasser, das das BHKW bzw. die Fernwärme erwärmt haben, gespeist, sodass wir weniger Strom verbrauchen. Da wir nicht genug Regenwasser sammeln können, überlegen wir derzeit noch einen Brunnen zu bohren.

Überall dort, wo es möglich ist, probieren wir unseren Verbrauch zu minimieren oder zumindest nachhaltig zu gestalten. Wir haben bspw. unsere Beleuchtungssysteme fast vollständig auf LEDs umgerüstet und dämmen Böden, Decken und Wände, wo es denkmalrechtlich und bauphysikalisch möglich ist.

Wie wir uns organisieren und engagieren

Ein so großes Haus, so vielfältiges Engagement und so viele unterschiedliche Interessen wollen irgendwie unter einen Hut gebracht werden. So hat sich unsere Selbstverwaltung in den vergangenen Jahrzehnten von einer improvisierten Notlösung hin zu einer stabilen Organisation entwickelt und entwickelt sich stetig weiter.

Der Schwesternhausverein und die innere und äußere Verwaltung

Der gemeinnützige Schwesternhausverein ist die Juristische Person, die den Rahmen für unser Handeln bildet. Auch wenn die Unterscheidung oft keinesfalls eindeutig ist, unterscheiden wir zwischen der äußeren Verwaltung, die hauptsächlich die Vorstandsmitglieder des Schwesternhausvereins wahrnehmen, und der inneren Verwaltung, die auf den Schultern der Bewohner und verschiedenen internen Ämtern liegt.

Ämter

Wir haben kein fest angestelltes Personal, sondern regeln alle unsere Aufgaben selbst. Daher gibt es eine Vielzahl von Ämtern, in die jede/r Bewohner/in gewählt werden kann, die verschiedene Arbeitsgebiete abdecken.

Eine Übersicht über alle Ämter und ihre Aufgabenbereiche gibt es unter: https://www.schwesternhaus.de/aemter/

Arbeitsstunden

Um die vergleichsweise günstigen Mieten finanzieren zu können, die vielen regelmäßig oder plötzlich auftretenden Aufgaben zu bewältigen und um unsere Ziele zu erreichen, ist jede/r Bewohner/in verpflichtet, im Durchschnitt sechs Arbeitsstunden pro Monat abzuleisten, wobei drei Mal im Jahr eine Arbeitsstundenabrechnung erfolgt. Darüber hinaus erwarten wir die regelmäßige Teilnahme an unseren Gremien.

Meistens sind Arbeitsstunden und Gremientreffen sehr gesellige Veranstaltungen, bei denen man seine Nachbarn gut kennenlernt und gemeinsam etwas schafft.

Weitere Informationen zu Arbeitsstunden gibt es unter: https://www.schwesternhaus.de/arbeitsstunden/